Fortsetzung...

Doch das Image der Kneipenmeile passt nur bedingt, denn die Gasse wartet auch mit über zwanzig liebevoll gestalteten Einzelhandelsgeschäften auf, die mit ihren abwechslungsreichen Angeboten vom Buchantiquariat übers Musikgeschäft bis zum Schmuckdesigner individuellste Wünsche erfüllen. Durch das bunte Nebeneinander von Gastronomie und Einzelhandel ist der Charakter der Stadt Jena in der kleinen Gasse besonders spürbar, die von tüchtiger Geschäftigkeit und lebensgeniessenden Ruhepunkten geprägt ist.

Das Publikum ist breit gestreut, in der Mittagszeit begegnet man Geschäftsleuten aus dem nahe gelegenen JenTower und der Altstadt, Studenten vom benachbarten Campus verabreden sich hier zum Kaffee oder zum Bier. Am Wochenende spazieren Familien durch die Gasse.

Nach der Dämmerung, im warmen Licht der historischen Gaslaternenbeleuchtung, trifft man sich zu einem Glas Wein, das den Tag ausklingen lässt, oder aber zu einer wochenendlichen Kneipentour, egal ob Student, Geschäftsmann oder Arbeiter. Geschäftigkeit und Rast prägen die Wagnergasse schon seit Jahrhunderten. Noch bis ins 20. Jahrhundert war sie Durchfahrtsstrasse für Reisende gen Weimar und Erfurt. Auch Goethe musste die Gasse für seine häufigen Besuche in Jena mit seiner Kutsche passieren. Aus der ursprünglichen wirtschaftlichen Infrastruktur heraus entspringt der Name der Strasse, vor dem Stadttor gelegen, siedelten sich hier Wagner und Stellmacher an. Seit dem 20. Jahrhundert fuhren durch die enge Gasse Straßenbahnen. Nach dem Bau einer Umge- hungsstrasse im Jahr 1938 und dem Ende des Strassenbahnbetriebs im Jahr 1969 entwickelte sich die Wagnergasse mehr und mehr zur Verkehrsberuhigten Geschäftsstrasse. Von der gastronomischen Vielfalt fand sich bis dahin noch keine Spur. Bis in die frühen neunziger Jahre war der »Goldene Anker« die einzige Gaststätte der Strasse.

Die gastronomische Gentrifizierung begann erst mit der Erfolgsgeschichte des Café »Stilbruch«, das mit seiner Gründung im Jahr 1995 die Initialzündung zur heutigen Entwicklung gab. Die Vorgeschichte des Hauses, in dem das Café eröffnete, scheint die gastronomische Erfolgsgeschichte des »Stilbruch«, als auch der Strasse zu prädestinieren. Das Haus beherbergte einst die Werkstatt des originellen Schuhmachers Heinz Á Brassard, der Aufgrund seines menschlichen, als auch musi- kalischen Engagements stadtbekannt war. Eine Anekdote besagt, dass er als Bedingung für eine Anstellung in seiner Werkstatt das Spielen eines Musikinstrumentes voraussetzte. Geselligkeit war also kein Fremdwort am Gründungsort des »Stilbruch«, das mit seinem Jugendstil orientierten Interieur eine Charmante Atmosphäre versprüht. Zu Beginn des neuen Jahrtausends gab es zahlreiche gastronomische Neueröffnungen, unter anderem das »Cleanicum«, Waschsalon und Lounge in einem. Eine der jüngsten und originellsten Gründungen findet sich am Eingang der Wagnergasse. Die Frittenbude »Fritz Mitte« offeriert für den Fast-Food-Gourmet Berliner Currywurst, Hamburger Pils und Belgische Pommes. Am Ende der Wagnergasse, etwas fernab der verdichteten Passantenströme, liegt das studentische »Café Wagner«, ein Eckstein für die städtische und studentische Kultur. Lesungen, Konzerte und Filmvorführungen bilden nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Programm des Cafés.

Beim Gang nach Hause klang dem einen oder anderen nächtlichen Flaneur vielleicht schon die Strophe des alten jenaer Studentenlieds »In Jene lebt sich‘s bene« nach:»Wenn dem Burschen es behaget, setzt er vor die Tür den Tisch, und dann kommt der Wirt gesprungen, und da wird gezecht, gesungen, auf der Strasse frei und frisch.«

Nach Robert Sorg (Freier Publizist)

Gastronomie & Energie

Unsere Café Stilbruch Restauration ist ein Unternehmen mit hohem Energiebedarf. Wir brauchen, trotz Einsatzes sehr effizienter Technik, grosse Mengen an Strom und Warmwasser.

Um einen weiteren Schritt zur Energieeinsparung zu setzen, investieren wir in moderne Umwelttechnik – erneuerbare Energien.

Durch den Einsatz eines Block-Heizkraftwerkes wird ein grosser Teil des Energiebedarfs abgedeckt. Desweiteren investierten wir in eine Photovoltaikanlage und Sollarkollektoren.

So leisten wir unseren Beitrag zu einer umweltbewussten Gastronomie.

Für die fachliche Unterstützung bedanken wir uns bei:

Otto-Architekten-BDA
Theisel GmbH
Stadtwerke Energie Jena-Pößneck
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Stadt Jena
Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena